Text view

De Göderschlächter. Dörpgeschicht ut de Uckermark

AuthorJulius Dörr
Date1888
Domainnovel

Javascript seems to be turned off, or there was a communication error. Turn on Javascript for more display options.

In langvergeten Tieden. An Dær un Fensterruten Pucht Schneestorm hart un ruh Da wankt vergeten buten En arme, blasse Fru. Se klagt: Lett keen' mi rinner? Is Hus- un Heimathsrecht Von all uns Vaders Kinner Denn mi alleen verseggt? Wat heff ik denn verschülligt, Dat sülwst de letzte Hütt, Wo Armuth mi noch dülligt, Sich fest vær mi verschlütt? Dat ik veracht't un meden Von min Geschwister all, Verstött't von Hof un Steden, Up't Landstrat liggen sall? XII In langvergeten Tieden Da was ik anners ehrt, Da drög ik Sammt un Sieden Un güll as hochgelehrt. Da deent mi allerwegen Gehursam Lipp un Hand, Dörch mi sprök Biecht un Segen De Preester æber’t Land. Keen Ritter, keen Regenten Hebbn da vær mi sich schämt Ik stünd up Pergamenten Mit Goldlack schön verbrämt. Dat all is hen; ut Böker, Ut Kirch, ut Schol un Land Hett mi min jünger, klöker, Min hochdütsch Schwester bannt. Vergeten un verschwunnen Is all min Glanz un Stolt, Terreten is to Plunnen Min Kleed von Sied un Gold. Hen is't, un ut de Rester Von min terreten Kleed But sich de Spottfink Nester Un piept sin trurig Leed. XIII— Lang höllt de olle Trödel Ok dato nich mehr ut, Denn ward ik Aschenbrödel Ganz Dodengräbers Brut. Bringt ümmer Schipp un Spaden, Wer blos tum Spott noch god, Den kann't alleen noch gnaden: Je ehr, je leewer dod! So klagt wer süll's nich kennen Uns arme Muddersprak; Da höben sich twee Hännen, Twee Sänger würden wak, De kleedten, as vær Tieden, Na hunnertjährig Noth Er wedder schön in Sieden: Fritz Reuter un Klaus Grøth! Erst End'. De Værhang geiht up. Bismarck sall Spansch Fleegen leggen. Worüm Scheeper Knoll nich wüßt, wat Wilhelm un Moltke afmakt hebben. Worüm et keenen Krieg geben kann, un wo lang noch Freden blieben mütt. Rohrbeck hett wat to drinken kriggt. - Pimpel un Nathan. Urgro߬ vader, Erbbibel un Sünnenschien. Worüm Quarrmann keen Land köfft. Christ Wendt is en höllschen Jung, un sin Mudder is en geburen Burrmannsch. De Märtinsmonat 1869 güng to Ennen. In de Wullenbergsch Krogstuw was den Sünndag Namiddag en Damp, dat keen Husar mit den Säbel dörchhauen künn. Wieldeß etlich jung Lüd sich de Tied mit en lütt Spel Oll un Basta verdreeben, un mit de oll peckig Karten up den Disch trumpften, dat er de Knæbel brummten, hadden sich de Ollen verstännig an den Aben plant't un leeten sich bi Piep un Drunk dat Weder un de Politik dörch den Grüttbüdel gahn. Dröscher Daniel Wendt, en Kerl, de't achter de Ohren to sitten hadd, weer Værmiddags to Stadt karrt, un packt ut, wat he da Nieges tohopstoppelt hadd. Kannst mi man noch en Kümmel inschenken, Chri¬ schan, säd he to den Krogwirth, un drückt de Asch in - En Sechser schütt den Piepenkopp dichter tohop. noch æber dat gerade Geld, wat ik bi Levy'n vær min Weiten kriggt heff. Wo steiht denn de Pries upstünds? frög Schnieder Güssel. Et war Tied, dat man sich na Kokenmehl tum Christfest ümdeiht. Dree Daler weenger twee Gröschen Kurant. Ik taxeer aber, he ward tum Fröhjahr woll noch so'n Acht¬ gröschenstück höhger klabbern, un ik hadd min veerthalf Schepel deshalb ok up Speeklatschon liggen laten, wenn min Ollsch nich Geld tum Inlett brukt. De Tieden sind to unruhig, un bi Köppens in'n Laden hebben's all¬ wedder Kriegin'n Kopp. De Franzos un de Oestreicher willen tosammen Kapruusch maken, un uns von twee Sieden togliek up de Montirung rücken. Dat weer den Dübel! säd Nachtwächter Quarrmann un drünk Enen. Na, mi dücht, gaff Kohknecht Burrmann sinen Senf bi, de Oestreicher süll man still to Hus sitten, un sich den Rüggen wahren, sünst ward em Bismarck da en Spansch Fleeg upleggen, de beter treckt, as dat Tog¬ plaster von Sössunsösstig. Oll Scheeper Knoll schöw sin Priem nadenklich mit de Tung na de anner Backsiet ræber. Dat künn doch en schlimm Stück warden, wenn sich de Franzos damang steckt, säd he denn. Dat Röberpack hett hier Anno Söss to gottlos hus't, wat ik as Jung betügen kann, denn mi hett dunmals en Schassör en Ohrfieg staken, as se mi min Lewdag nich wedder an den Kopp flagen is. Richtig is dat baben in Berlin up keenen Fall, denn as ik gistern en Og in den Zeitungsstrepel schmeet, in den mi de Buerfru den Kees inwickelt hadd, da fünd ik ruter, dat uns Wilhelm sin Moltke bi nachtschla¬ pender Tied up'n Plutz na sin Palee beordert hadd. Et is man Schad, dat de dumm Papierfinzel gerad da afreten was, wo't stünd, wat se beid afmakt hebben, sünst künn ik dat ganz genau weeten. 3 De jungen Lüd hadden de Karten wegleggt, un treeden neeger, as se wat von Krieg hörten. Na, Willem Rohrbeck, denn müßt du ja ok wedder mit, säd Kossäth Sperling to en jungen, gelpen Min¬ schen, de mit rantreden was. Kum bist du rut ut den Koller, da kannst man wedder rinkrupen. Dunnernarr! reep Wendt, Willem, du hest als Kirassier doch en fine Figur spelt, un de Buermäkens kreegen rein den Brand in de Ogen, wenn du kasch mit din Pallasch dörch dat Dörp leepst, un de Sporen hinner bi klæterten. Wendt, lat doch dat Quackeln, antwurt't de jung Mann. Mi is nich spaßig to Moth. Willem hett sin Deel, grieflacht Burrmann. Ik heff all so'n Vægelken davon fläuten hört. Sökt ju en Annern tum Brüden üt! reep Willem kort. Adje! He namm sin Mütz un leep af. Da is würklich wat mang! säd Knoll. Willem mök jo en Gesicht, as wenn he Wendt'n bieten wull. Dat hett anner Gründ', feel Bödner Kluth in. An Rohrbecks Hus pickt de Dodenworm, un sin Vader is fertig tum Utputzen) Up welcher Mäken geiht et? frög Wendt bisiet na Burrmann ræber. Ik mücht et vær min Ollsch weeten, denn wenn ik nischt Nieges mitbring, krückt se min Enen up, un ik krieg Stuben=Arrest vær neegsten Sünndag. Lop doch Willem’ na, dann wardst du ja sehen, wo he blifft! En Buermäken is't nich, kreeg he to Antwurt. Willem Rohrbeck ward sich höden, un mit in den Krieg gahn, schmeet jitzt Schnieder Güssel, de ümmer wat stichlich in sin Redensarten was, sin Achterkorn in'n Schepel. He is jo eenzigst Buersæhn, un lett sich von'n Landrath reklameeren. 1* 4 Hoho, da kenn ik em bet er, reep Sperling, de ok Soldat west weer, un sich æber den Schnieder ärgerte. So'n Flickenbüdel, as di, kænen se da frielich nich bruken, ödder se mütten di en ollen Mann mit¬ geben, de di dat Gewehr dröggt. Din Art Lüd stecken's in de Lumpengard', un laten er Kommisbeenling flicken. Uemmer sacht! reep Kluth datwischen, Kinnerlüd, vertærnt ju nich! Ii strieden üm de jüste Koh er Kalf, denn dat ganze Kriegtrumpeeten is dumm Tüg, un ik wett so hoch ji willen, in't neegste Halfjahr gifft et keenen Krieg. So! säd Wendt tücksch, dat sin politsch Weisheit so schlecht taxeert würd. Wer hett di denn dat up de Näs bunnen? Keen Minsch, antwurdt Kluth, aber ik heff min sicher Teeken: Pimpel un Nathan würden sich den Dü¬ bel hier in Wullenberg rümdrieben, üm Willem Rohr¬ beckn sin Vader de Wirthschaft aftoknöpen, wenn de Krieg vært Dær weer. De Sort is all Schelmstriek klok, un hett in so'n Geschichten en betern Rüker, as Unsereens. Darüm schwör ik drup: et gifft vær't Hand keenen Krieg, un et blifft Freden, bis se den letzten Morgen Land wedder verschachert hebben. Denn aber kann't æber Nacht losgahn. Wat! reep Dröscher Wendt ganz verschreckt, Rohr¬ becks Hof sall utschlacht't warden? Wo bliew ik denn mit min Winterbrod, wenn de Göderschlächter mit er Dampmaschinen kommen un de ganze Schün in acht Dagen leddig dröschen? Darna warden se recht fragen! fohr Kluth furt. Min Dochter, de in't Stadt gegenæber von Nathan as Kæksch deent, un mi hüt up eren Sünndag besökt, hett Rohrbeck'n in de letzte Tied fast dagdäglich bi Nathan rinner lopen sehn, un jedesmal, wenn he ruter kümmt, lett he den Kopp deeper hängen. Se sælen em mit de schwernoths Wechsels all ganz verstrickt hebben, so dat he er gar nich mehr ut de Finger glippen kann. Nu föllt miok in, seggt Knoll, dat ik den langen Pim¬ pel giftern Abend bi Rohrbecks heff übern Tun kieken sehn. Dat is jo Nathan' sin Kundschafter, un hüt fröh, as ik de Fensterladen upstött, föhrt Rohrbeck mit em plängkarrjär værbi to Stadt. Wenn Rohrbeck Pimpel'n in de Händ' follt, gnad em Gott, seggt Burrmann. De is fröher sülwst Land¬ mann west und mökt jitzt Wuchergeschäften in't Stadt. In Lehmsdörp, wo ik en Broder to wahnen heff, hett he en Buern ganz lich" xpos="ADJ">jämmerlichutplünnert, un in'n Drögen hett he ok all seten. Sitten in'n Drögen, dat is keen Vergnögen, säd Quarrmann un drünk Enen. Herrjes' doch, stöt Wendt ruter, dat Verderben vær Rohrbecks un mi ward doch nich so neeg sind! Da mütt ja dat spitzschnütig Wiefstück, wat sich jitzt dat Kummandeeren up den Hof anmaßt, gliek de Schlag röhren, denn de Gottbewahruns verschüllt den Buern sin ganz Malör! Ik bin sin Naber, un mi deiht et am meisten leed üm Willem, namm Sperling dat Wurt. Wenn de jung Minsch sich Anno Fiefunsösstig nich friewillig be de Kirassier geben hadd, weer dat all anners kommen. Aber nu stünd he in Oestreich, as de Cholera sin leewi Mudder in söss Stunnen in't Liekendok bröcht, un se leeten em nich los von de Soldaten, so dat sin schwack und krank Vader in de Händ' von de Perßon geröt, de em von Hus un Hof bringt. Weet Gott, ut wel¬ cher Distelgarw he de plückt hett; de Wieber seggen jo, oll Kartenleggersch un Kupplern Dehnsch ut Linnen¬ horst hadd's em anhungen, un se hadd den Buern wat to drinken geben, dat he nich von er laten kann. Dat is nu wull man dumm Tüg, aber verwunnerlich ist doch, dat he üm diss Perßon sin eenzgen Jungen rein verstött, un sin urollen Großvader in’t Ollendeel so spott¬ 6 schlecht von er behanneln lett. De Drak arbeit't de Göderschlächter rein in de Hännen, un liggt den Buern alle Dage in de Ohren, den Hof to verköpen, un to Stadt to trecken. Denn da denkt se em tum Friegen to bringen, un hier schämt sich Rohrbeck doch vær den Schulten Rublank un vær de anner Lüd. De oll Perßon is ok gar nich mal dütsch, gnittert Wendt. He nömt's ümmer Klementine, un so hitt jo gar keen anstännig Frugensminsch. Daræber kann ik di en Licht upsteken, antwurdt Kluth. Dütsch is se, blos de Nam is französch, as mi Köster Speer seggt hett, un ’t hitt sovel as „gnä¬ dig Fru. En oll düchtig gnädig Fru, säd Quarrmann un drünk Enen. Rohrbeck kann jo sin Großvader dat Leed gar nich andohn un em von den Hof stöten, namm Burr¬ mann dat Wurt. De urolle Minsch is jo rein en Dörpwunner. Min Vader hett seggt, sin Vader hett seggt, as he so'n strablich Jung west weer, hadd de Oller all griese Haar hadd, un de Kirchenböker sind gar nich mehr da, wo't drin steiht, dat he geburen is. Et is en schnurrig Stück mit den Ollen, vertellt nu Wendt. Ik krieg em hen un wedder to Gesicht, un he beannt mi, aber mit sin Sprak is't man schwack, dow is he as en Fisch un sin Been sind lähmt. Blos sin Ogen sind hell und klar; se lopen von Enen tum Annern, un achten, wat vörgeiht und redt ward. Sin Leewstet is, in 'n Sünnenschien an't Fenster sitten, un da hett he vær sich en Erbbibel to liggen, de woll noch hunnert Jahr öller is, as he. Ik heff mal rin¬ erkeken; et sind wunnerlich Biller un Bokstaben drin un drückt is se plattdütsch. De gifft de Oller nich ut de Hännen; he weet se half utwennig, sin knækern Finger blädern drin rüm, un he findt jeden Spruch, as hadd he sin Dage Preester lehrt. Ik taxeer ok, he lewt rein von de Bibel un den Sünnenschien, denn eten deiht he nich so vel, as en niegeburen Kind. Dat oll Quick lewt so lang, as ’t will, säd Quarr¬ mann un drünk Enen. Scheeper Knoll bröcht de Red wedder up dat Gö¬ derschlachten torügg. Et mütt ja en wahren Up- ruhr warden, meent he, nich blos bi Rohrbecks, sün¬ nern in't ganze Dörp, wenn de Hof utschlacht't ward. Dat Schachern geiht wedder los, as verledden Jahr up den Brück'schen Hof, blos dat ditmal mehr as noch mal so vel Land un Inventar unnertobringen is. Denn de oll Rohrbeck hett to de Untofredenen gehört, de bi de Seepratschon dat erste Mal nich unnerschreben heb¬ ben, un deswegen tein Morgen Land an den Schma¬ kaduzendiek expree kriggten. Ik bin man niegierig, wo de Göderschlächter dat anstellen warden, Köper to finnen, denn up uns Wullenbergschen bruken se nich to reken. I na, schmeet Burrmann sin Meinung in'n Pott, wenn se dat Water man erst in de Schöttel hebben, vær de Seep bruken ji nich to sorgen. Se warden ju schon de Serwjett ümbinnen, un den Schum so sanft üm de Näs schmeren, dat ji dat Barbeermetz erst spüren, wenn de Haar runner sind. Hoho, da müßten wir doch ok mit bi sind, seggt Bödner Kluth ganz driest. Buer Bitterling sall Lust to den Butenplan hebben, säd Sperling. He hett all mit Rohrbeck'n drüm han¬ nelt, wull aber blos hunnert Daler vær den Morgen Erstklassenbodden geben. Jitzt ward he woll mit hunnertföftig nich to düer grient Burrmann. sind, Ik köp nischt, vermaat sich Kluth. Ik ok nich, säd Sperling. Ik ok nich. säd Quarrmann un drünk Enen. Damit wardst du en Kunststück maken, uzt em Burrmann. Up din Tüthærn un Kümmelproppen ward di Keener Land anschmeren, un anner Sicherheit hest du nich uptowiesen. So'n infame Witz müßt nu jo woll belacht warden, un oll Quarrmann hülp ehrlich mitlachen, denn he hadd en dreedubbelt Fell æbert Lief un so'n lütt Stich kam noch nich dörch dat erste Fell. Un Dröscher Wendt namm noch Anlop to ne drieste Red un säd: se wullen sich't all hiermit fest utmaken, dat Keener wat von de Göderschlächter köfft ödder annehm, wiel se ehrlich Lüd ut dat Winterbrod bröchten, un blos mit Schachern raffiniren wullen. Dat was jo nu Jedweden ut de Seel spraken; se geben sich all de Hand darup, un Wendt hat noch en goden Infall: se wullen to Sicher¬ heit enen Kümmel drupsetten. De Værschlag würd erst recht eenstimmig annahmen, un de Krogwirth rönnt all mit de Gläser, da kamm en hartlich Bengel mit de Mütz up den flaßhaarigen Dæts driest in't Stuw un stüerte up unsen Fründ Wendt to. 't is Christ Wendt, grient Kluth. Ik weet, wat he sall! Vader, säd Christ, un hadd beid Händ' in de Ho¬ sentaschen, Mudder lett di seggen, du sallst di up de Stell na Hus scheren, sünst kümmt se un halt di. Denn mütt ik gahn, säd Wendt lammfromm. Goden Abend! Fat an, Christ. Aber Christ heel de Finger wiß in de Taschen. Nä, antwurdt he, ik gah hinnen. Wer toerst rinkümmt, de kriggt wat! Un he tüffelte gottesfürchtig hinner sin Vader her. En höllschen Jung! nickköpt Knoll. Ut den kann wat warden! He is sin leew Mudder ut de Ogen schneden. Et is närrsch, seggt Sperling. Daniel Wendt is en Kerl, de en Söss=Schepelsack Weiten to Bæhn dröggt, un vær sin Ollsch duckt he sich, as de Fleeg vær de Klatsch. Schnieder Güssel keek sik üm, of de Kohknecht weg weer. Dat is keen Wunner, säd he denn, as he de Luft rein sach. Se is en geburen Burrmannsch, un de Burr¬ manns Mäkens hebben all den Dübel danzen sehn. Quarrmann, du kannst jo davon mitreden; du hest ok cen von de Art hadd, de vergangen Jahr an den Tun¬ genkrewt stürw. Gott si Dank, säd Quarrmann un drünk Enen. He redt nich vel, aber wat he redt, hadd Grund, un keen Minsch künn wat gegen seggen. Tweet End' Et kümmt wat Leewes mang. Wat allens an den witten Punkt sitt. Willem Rohrbeck kriggt sin Steckbreef mit un Schmedt Hartwig'n samt sin leew Fru geiht dat nich beter. Buer Rohrbeck is noch up eenögig Art to retten., Hart¬ wig schleiht twee Fleegen mit een Klapp. Sin Fru as Henkelpott. Bi't Uppassen kümmt nischt Godes rut. Dürt mütt Lünsen verlesen. Hartwig bringt de Friegerie up sin Art in Schwung. Oll Kohknecht'n Burrmann sin Vægelken hadd en ganz richtig Melodie fleutt! Mit Willem Rohrbeck'n was wat Leewes in Begäng. Et schlummert all, as he ut den Krog tradd. He leep langsam de Dörpstraat entlang, an sin Vaders Hofstell værbi, un schrägte sich denn mählich na de anner Siet ræber, up en fründlich Hüsken mit en Lö¬ wering (Vorbau) to. Wagenschuer, tweirig Eggen, Plög' un Rad' spröken handgrieplich davær, dat hier woll de Dörpschmedt wahnen müßt, un dat was ok liesterwelt de Fall. En rund, witt Punkt, ungefähr as en Karrenrad grot, teekente sich hell in de Husdær af, un Willem müßt dissen witten Punkt, de Schummerniß tum Tort woll richtig uttaxeeren, denn he reep all up en jädlich End' davær sacht: Dürt! 11 Up diss Parol' kamm de Losung torügg: Willem! De witte Punkt löst sich los von de Dær un bewegt sich værwärts. Da ward denn bald düdlich, dat de Punkt eegentlich en Schört weer, un æber de Schört satt en schmucke Tallj, æber de Tallj' en rund, roth Ge¬ sicht mit blau Ogen un'n lütt Näsenknupp, un æber de Ogen un Näsenknupp satten endlich en paar flass¬ blond Haarsträhnen, de hinnen in en drallen Dutt to¬ sammen fluchten weeren. Wenn wi de een Hälft von uns Leewespærken, de schmuck Schmedtdochter Dürt Hartwig, so von unnen bis baben genau afmalen, denn süll dat am End' pa߬ recht sind, de anner Hälft mit datsülwe Maat to mä¬ ten, un unsen Willem Rohrbeck nadräglich ok noch en Steckbreef mittogeben. To verlangen steiht dat aber nich, denn eenmal mütten Mäkens ümmer wat vær hebben, tum annern wat na Mannslüd nie nich so sehr keken, un tum drütten lett sich von en jungen Mann längst nich so vel Schön's seggen, as von en jung Dirn. Wi willen also kort reepentiren: Willem Rohrbeck hadd Tallj', Gesicht un Haar gerad eben so god un so nül, as Dürt Hartwig, blos allens en bitschen driester un länger, bis up de Haar, de körter weeren. In'n æbri¬ gen schneet Dürten er dralle Dutt up den höchsten Punkt gerad mit Willem sin Schnurrbart af, un dat is de richtig Mäkensläng, denn de Mann mütt sin Fru æberall un rieklich æbersehen kænen. Is man god, dat ik di buten treff, säd Willem froh un gaff Dürten de Hand. Mi klüng dat linker Ohr un da dacht ik woll, dat du keemst un leep fix ruter. Ik hadd ok keen Ruh mehr in'n Krog, wo ik ut Aerger henlopen was. Min Vader is hüt fröh to Stadt föhrt, un mit den Draken mag ik nich alleen sind. Kümmst du mit rin na uns? Ja. Dat mit uns beiden is all in't Dörp kund¬ bar worden. Denn hett't Christ Wendt utbröcht. Wat de heil¬ los Bengel blos up den Appelbom to söken hadd! Lat man! Ik mütt so as so ernsthaft mit din Vader reden. Aber erst willen wi noch en bäten lopen, ik heff di vel to vertellen. Nich lang; ik heff to Hus nischt seggt. Du, ik weet wat Schön's! De oll blind Muskant ut Seelübb is up'n Abend in’t Möll; da lopen wi hen un danzen en End'. Dat ward woll kum wat warden; min Narich¬ ten sind sehr schlecht. Bi uns to Hus ward et ümmer schlimmer. Wat is all wedder værfallen? Hett din Vader nischt seggt von de Red, de jitzt in't Dörp spökt Nä, he geiht nich na ’n Krog, un bi de Fiend¬ schaft mit din Vader nimmt he ok keen Wurt æber em an. Uns Hof sall tum Utschlachten verköfft warden. Twee von de schlimmsten Göderschlächters hanneln drüm. De Drak drifft ümmerdrup; ik ward in Dummheit er¬ hollen un mütt richtig tosehn, wo ik üm min Erw komm Kannst du't denn din Vader nich utreden? Nä, he löppt mi weg, un wenn dat Wiefstück bi is, mütt ik schwiegen. Gistern Abend kamm ik em alleen an, un bestünd darup: se ödder ik müßten ut ’t Hus. Da säd he, wenn ik teindusend antalen künn, wull he mi de Wirthschaft geben, sünst würd de Hof utschlacht't. He müßt Wechselschulden uttalen un brukt up de Stell Geld. Herrkinner, säd Dürt, gifft et denn gar keen Hülp? Ja, antwurdt Willem un heel Dürten er Hand wiß, een Hülp gifft et, aber ik will's nich: ik müßt furts na Buer Bolt's gahn un dat Upgebot mit sin eenögig Dochter bestellen. De annern Buermäkens hebben nich so vel. 13 -- Dürt verbleekt un er Hand zittert man so in Willem sin. Heff keen Bang, dat ik dat doh, leew Dürt. Ik holl, wat ik verspraken heff. De Teindusend weeren todem wegschmeten, un ik hadd min Lewlang een Frugensminsch up'n Hals, wat ik nich vær Ogen sehen mag. Darüm heff ik min Vader seggt, wenn’t so stünd, dat he de Wirthschaft nich länger hollen künn, süll he den Hof in min Gegenwart verköpen un mi min Mud- dererw uttalen. Denn willen wi beiden sehn, wo wiblieben, ödder din Vader ward wat weeten, denn he is en ganzen Mann. Teindusend Daler! stött Dürt in Aengsten rut, Willem, dat is jo ’n furchtbar Geld! Nu mütt de Schuld an mi liggen, dat du üm din Erw kümmst, denn sovel hebben min Oellern jo lang nich. Un dat kann ik nich min Lewlang mit mi rümmerdragen, dat du üm minswillen verstött't sind süllst. Leew Dürt, ik segg: schwieg still davon! Kann min Vader de leidig Perßon mehr glöben, as mi, denn entsegg ik mi von em. Willem, so hart kann din Vader doch gar nich hanneln, gegen di nich un ok nich gegen Urgroßvader'n! Dat is jo dat Schlimmst! De oll Mann kann jede Stund' von unsen Herrgott afropen warden, aber dat he up sin olle Dage von den Hof runner sall, up den uns Stamm mihr as hunnert Jahr sitt, un dat min Vader sich nich to Wehr sett't, wie dat Wief den Ollen behannelt, dat kann he den jüngsten Dag nich verantwurten, un dat nimmt keen god End'. Dat mütt en ganz grundschlechte Perßon sind. Dröscher Wendtsch seggt, oll Dehnsch, de an'n Schand¬ pal gehört, hett in Johannen-Nacht Wegethrän an'n Krüzweg plückt un in Sanct Steffenswater upkakt. Dat hebben se din Vader heemlich in't Legel to drinken geben, darüm kann he sich nich gegen Klementinen wehren un ward er ahn' Blot nich wedder los. Wendtsch is en oll Quack un redt vel, wat se verantwurten kann. nich Ik heff ok gliek nich recht daran glöwt, seggt Dürt trüherzig. De Wahrheit is, dat min Vader en schwack Mann is. Min arm Mudder hett de Wirthschaft regieren müßt; nu se dod is, un ik nich da sind künn, hett he den Halt verloren. Dat Wief hett sich in sin Krank¬ heit in sin Vertrugen schleken un em mit Lægen æber mi so verstrickt, dat he mi nischt glöwt; un de Angst üm de Wechselschulden, to de he kommen is, Gott weet, wo? hett em den Kopf wirr makt. Da hest du de ganz natürlich Ursachen. Willem, du müßt et unsen Vader vörstellen. Herrjes', säd Dürt lich" xpos="ADV">beängstlich,

Download XMLDownload text